„Betriebliche Altersvorsorge (bAV)“

Ein Plädoyer dafür, dass die bAV nicht als „Kleingeld-Sparen“ zu sehen ist, sondern als massives Investment-Tool.

Eine mit eigenen Worten Zusammenfassung der Kernaussagen eines WELT-Artikels und der Strategie, die dahintersteckt: Der verlinkte Artikel der WELT (hinter einer Bezahlschranke) beschreibt eine Strategie zur Optimierung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), mit dem Sparer im Idealfall eine zusätzliche Bruttorente von über 3.000 Euro im Monat erreichen können.

Das Kernkonzept: „Brutto für Netto“ maximieren.

Der Artikel beschreibt, wie Arbeitnehmer durch eine konsequente Ausnutzung der staatlichen Förderung und der Arbeitgeberzuschüsse eine beachtliche Zusatzrente aufbauen können. Die Zahl von 3.181 Euro extra pro Monat klingt zunächst utopisch, ist aber das Ergebnis einer mathematischen Hochrechnung unter optimalen Bedingungen.

Die drei Säulen dieser Strategie:

  1. Der Kern der bAV ist die staatliche Förderung. Ein Teil des Bruttogehalts wird direkt in eine Rentenversicherung eingezahlt. Da dieser Betrag vom Brutto abgeht, sinkt das zu versteuernde Einkommen. Man spart also Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Die maximale Förderung nutzen: Statt nur kleine Beträge beiseitezulegen, wird dazu geraten, die steuerfreien Höchstbeträge der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) voll auszuschöpfen. Im Jahr 2024 liegt diese Grenze bei bis zu 604 Euro im Monat (wobei 302 Euro davon zusätzlich sozialversicherungsfrei sind). Da der Beitrag direkt vom Bruttogehalt abgeht, spürt der Sparer auf dem Girokonto netto oft nur etwa die Hälfte des investierten Betrags.
  2. Der Arbeitgeberzuschuss (Der Rendite-Turbo). Seit 2019 (für Neuverträge) bzw. 2022 (für Altverträge) ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, 15 % Zuschuss zu zahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Viele attraktive Arbeitgeber zahlen jedoch deutlich mehr (z. B. 20 % bis 100 % des Eigenanteils), um Mitarbeiter zu binden. Der Hebeleffekt durch den Arbeitgeber: Der „Turbo“ ist der Arbeitgeberzuschuss. Gesetzlich sind 15 % vorgeschrieben, doch der Artikel zielt auf Szenarien ab, in denen Unternehmen deutlich mehr dazugeben (oft als Benefit zur Mitarbeiterbindung). Wenn der Arbeitgeber beispielsweise jeden eingezahlten Euro verdoppelt, entsteht eine Rendite, die mit privaten Sparformen kaum zu erreichen ist.
  3. Wie man auf 3.181 Euro kommt! Um eine solch hohe Zusatzrente zu erzielen, müssen in der Regel mehrere Faktoren zusammenkommen: Hoher Eigenbeitrag: Man muss die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) voll ausnutzen. 2024 können bis zu 604 Euro pro Monat steuerfrei in die bAV eingezahlt werden (davon 302 Euro sozialversicherungsfrei). Lange Laufzeit: Die Rechnung basiert meist auf einer Spardauer von 35 bis 40 Jahren. Zinseszinseffekt: Bei einer Anlage in fondsgebundene Verträge (ETFs) wird eine durchschnittliche Rendite von 4 bis 6 % unterstellt. Zusätzliche Einmalzahlungen: Oft wird eingerechnet, dass auch Teile von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld in die Vorsorge fließen.
  4. Zinseszinseffekt über Jahrzehnte: Die hohe Summe von über 3.000 Euro Rente basiert auf einer sehr langen Laufzeit (ca. 35 bis 40 Jahre) und einer Anlage in renditestarke Produkte, wie fondsgebundene Direktversicherungen. Es wird also nicht nur „gespart“, sondern am Kapitalmarkt investiert.

Die „Haken“, die man kennen muss:

Netto ist nicht Brutto: Die 3.181 Euro sind eine Brutto-Angabe. Im Alter müssen Betriebsrenten voll versteuert werden. Zudem fallen für gesetzlich Versicherte Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an (ca. 18–19 %), sofern der Freibetrag überschritten wird.

Geringere gesetzliche Rente: Da das Bruttogehalt durch die Umwandlung sinkt, zahlt man auch etwas weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dieser Effekt ist meist klein, sollte aber fairerweise gegengerechnet werden.

Bindung des Kapitals: Das Geld ist bis zur Rente fest gebunden. Man kommt vor dem 62. Lebensjahr (oft sogar erst später) nicht an das Kapital heran.

Fazit

Der Artikel ist ein Plädoyer dafür, die bAV nicht als „Kleingeld-Sparen“ zu sehen, sondern als massives Investment-Tool. Die enorme Summe von über 3.000 Euro Zusatzrente ist rechnerisch möglich, erfordert aber ein hohes Einkommen, einen großzügigen Arbeitgeber und Disziplin über das gesamte Arbeitsleben.

Für den Durchschnittssparer zeigt das Beispiel vor allem: Wer nur den Mindestbeitrag zahlt, verschenkt das Potenzial, das durch die Steuerersparnis und die Chef-Zuschüsse entsteht.

https://www.welt.de/finanzen/plus69b284fa4f82f3bb5d803e43/700-prozent-in-25-jahren-der-perfekte-depot-mix-fuer-ihr-vermoegen.html

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